In diesem Beitrag über das Fühlen von Gefühlen, der Empathie für andere, und insbesondere für dich selbst, erhältst du einen Freund an deine Seite, der dir von nun an ganz bewusst zur Seite stehen wird. Auf den du dich verlassen kannst, du dich wieder geborgen und sicher fühlst und interessiert bleibst, deine bis heute noch ungelösten emotionalen Zustände der Überflutung und wiederkehrenden Verhaltensweisen zu beleuchten. Echte Freunde sind ein Schatz, bewahre dieses Gefühl, es leuchtet selbst in dunklen Zeiten!
Bist du glücklich?
Um deine Antwort geht es. Was bedeutet Glück für dich? Du kannst es nur erspüren, nimm dir einen Moment und folge dieser kleinen schriftlichen Übung (denn die Hand ist die Verlängerung des Herzens, mit den Händen fühlst und erspürst du, wie es dir und anderen geht; dazu später mehr).
Notiere, womit du Glück für dich erkennst. Was bedeutet Glück für dich? Was löst es in dir aus? Womit verknüpfst du das Wort in deinem Inneren?
Fühlen statt Funktionieren
Wir leben von Anfang an in einer Welt, die uns lehrt zu funktionieren. Willst du, dass Mama oder/ und Papa glücklich ist, wählst du bereits als kleines Kind, deine Bedürfnisse hintenanzustellen. Es ist eines unserer Ur- Bedürfnisse, dazuzugehören, sicher und geborgen beheimatet zu sein in unserem Umfeld und schließlich in uns selbst. Urvertrauen, Sicherheit und Geborgenheit resultieren aus sicheren Bindungen. Nach der ersten gemachten Erfahrung von Trennung, als uns als Baby die Nabelschnur durchtrennt wurde und das eigene Ein- und Ausatmen funktionieren musste, bedurfte es eine sichere, liebende und vertrauenspendende Mutter, die idealerweise in unserem Nervensystem co- regulierend auf uns eingewirkt hat.
Die Bindungstheorie nach John Bowlby schreibt hierzu Eindrückliches über das gesunde , vielleicht lebenslange Suchen nach Nähe und Geborgenheit in Beziehungen, falls uns diese körperliche Erfahrung vorenthalten wurde.
Mitgefühl entwickeln
Das Herz ist weit mehr als eine Pumpe. Forschung, u.a. vom HeartMath- Insitut (hier ein kurzes Video auf youtube), zeigt, dass das Herz ein eigenes neuronales Netzwerk besitzt. Es wird auch als "Herzgehirn" bezeichnet, denn es beeinflusst maßgeblich unsere Wahrnehmung, unsere Emotionen und unsere Entscheidungsfähigkeit und kommuniziert kontinuierlich mit dem Gehirn. Im echten Kontakt verbinden sich die Herzen und sie schwingen synchron, ein Zustand, in dem Herzrhythmus, Emotionen und Gedanken in Einklang sind, sodass wir uns im Anderen erkennen können. Die Herzintelligenz hört sich abstrakt an? Wie geht es dir, wenn du jemanden emotional erlebst? Welches Gefühl kannst du in deinem Körper spüren? Es sind Nuancen von Schmerz/ Unbehagen, die sich vielleicht durch ein Empfinden von Enge im Hals, auf der Brust, Druck im Kiefer oder durch ein Zittern, Erröten, Zappeln oder was auch immer bemerkbar machen. Erlaubst du dir, diesen Raum für dich zu öffnen?
Wenn nein- warum nicht?
Gefühle haben ein energetisches Feld, sie haben eine Frequenz, die einen Resonanzraum benötigen, um kllingen zu können. Unser Körper stellt diesen Resonanzraum dar, ähnlich dem einer Gitarre. Über unseren Körper machen wir Erfahrungen und spüren bereits als Kleinkind Schwingungen unserer wichtigsten Bezugspersonen. Unsere Eltern haben bestenfalls ihren eigenen, übernommenen Mangel an Bindung im Laufe ihres Lebens reflektieren und integrieren können. War dies nicht möglich, können bestimmte Gefühle nicht anerkannt, erspürt oder wahrgenommen werden. Es bleibt somit auch in uns ein emotionaler Klumpen wie ein Schneeball im Körper, der im Laufe des Lebens größer werden kann und auf ein warmes Herz wartet, das durch aufrichtiges Interesse, Güte und Liebe die Schneekugel zum Schmelzen bringt. Mitgefühl ist nicht nur eine moralische Haltung, sondern ein Zustand, der unseren gesamten Organismus regulieren kann.
Empathie- Die Brücke zwischen Ich und Du
Empathie bedeutet, die Gefühle eines anderen Menschen wahrnehmen zu können, ohne sich darin zu verlieren. Es ist die Fähigkeit, mitzufühlen, nicht mitzuleiden. Eine feine, aber entscheidende Grenze, denn wahre Verbindung entsteht nicht durch Verschmelzung, sondern durch bewusste Präsenz. Nähe zuzulassen, ohne Grenzen zu übergehen bedarf ein feines Gespür für sich selbst und für den anderen. Erst ein echter Kontakt mit unserem inneren Verstimmtsein, den unschönen Seiten, dem Frust- , Schuld- oder Schamgefühl, lässt uns neue Erfahrungen machen und stimmt die Saiten unseres Klangkörpers. Hierfür benötigst du die Stimme eines Freundes, die wohlwollend und liebevoll mit dir in einen Austausch geht.
Ein echter Freund steht an deiner Seite, ohne zu urteilen. Wahre Freundschaft bedeutet füreinander da zu sein, kein besserwissendes oder leeres Gerede, kein von oben herab, keine Diskriminierung, kein Auslachen oder Bloßstellen, kein Unterdrücken oder Kleinmachen.
So einen Freund hast du bereits: Dein wahres ICH ist weise, strahlend, schön und vergnügt. Und du kannst es einladen, dir behilflich zu sein. Selbst wenn du diese Güte in deiner Ursprungsfamilie wenig oder gar nicht kennengelernt haben solltest. Du kannst und darfst aus der Reihe tanzen, es anders machen und selbst narzistische Züge eines Elternteils oder Sarkasmus als "ich mach doch nur Spaß" ablegen. Hinter diesen Zügen stecken schmerzhafte Erinnerungen, die unser ICH in sog. Abwehrmechanismen spalten mussten, um zu überleben. Emotionale Erpressung oder Manipulationen sind hier ebenso zu nennen. Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie taub es sich anfühlen kann, nicht gesehen oder gehört zu werden. Was, wenn du mit deinem empathischen Freund an deiner Seite losgehst, und dir selbst wertschätzend und aufrichtig gegenüber trittst?
Auf Augenhöhe mit all deinen Anteilen, mit allen Menschen dieser einen, unseren Erde, mit allen Lebewesen, Tieren und Pflanzen verändert sich unsere Wahrnehmung. Vielleicht lässt sich all das auf eine einfache Essenz herunterbrechen: Es geht darum, fühlen zu können und verbunden zu sein- mit sich selbst und mit anderen; gar nicht perfekt, allzeit harmonisch oder besonders toll, sondern echt und authentisch.
Wenn wir beginnen, unser Herz bewusst einzubeziehen, verändert sich nicht nur unser eigenes Leben, es wandelt sich auch die Qualität unserer Beziehungen.
"Wenn du magst, nimm hier an dieser Stelle drei bewuuste Atemzüge, aus der Tiefe deines Bauches und verbinde dich mit der Erde, die dich bedingugslos trägt und hält. Spüre, wie die Kraft der Erde zu dir gelangt, wie du sie einatmest, in deine Zellen und wie im Ausatem all das von dir gehen darf, das deinem Höchsten Wohle nicht enspricht. Und du musst nicht einmal wissen, was das ist. Stell dir vor, wie in deinem Atem glitzernde Funken von Sternenstaub in deine Mitochondrien, deine Energiekraftquellen deiner Zellen, strömen und dein Herz diese Liebe verströmt durch deinen ganzen Körper hindurch. Und wie das Ausatmen den Prozess unterstützt und die Reise in deinem Inneren begleitet, wie ein Segelboot, das auf einem glitzernden See durch eine sanfte Windbrise vorangetrieben wird. Bleib hier ein paar Atemzüge sitzen, summe ein M im Ausatem, lass die Energie dahinter ihren Ausgang finden und lege die Hand auf deinen Herzraum. Spüre und werde zu einem stillen Beobachter von Gefühlen, Gedanken und Empfindungen. Es gibt nichts zu verändern. Alles ist richtig. Alles darf sein."
Das Leben ist kein Problem, das gelöst werden muss, sondern eine Erfahrung, die gefühlt werden will.
Danke für dein experimentierfreudiges Lesen und Wirken. Ich fühle mich mit dir verbunden und freue mich, wenn du Freundschaft schließen kannst- mit allem was du bist!
Sandra Nachtweh