Die spirituelle Spielwiese – kunterbunt und mit jeder Zeile wertvolle Tipps für ein Leben in Balance.


Probleme in der Familie systemisch betrachtet

Der große Vorteil der systemischen Aufstellungsarbeit liegt wohl an der Dynamik, die schnell erkennbar wird, wenn Stellvertreter ihre Rollen eingenommen haben und erkennbar wird, wer mit wem im Kontakt ist und wer eben nicht. Falls du von dieser Methode noch gar nichts gehört haben solltest oder dir nicht vorstellen kannst, wie fremde Menschen in einer Art Schauspiel in dem vorhandenen Kraftfeld Emotionen erfühlen können, ich vermute, ich werde dir mit meinen Worten nicht wirklich verständlich machen können, dass es tatsächlich funktioniert. 

Wir können den Wind nicht ändern, aber wir können die Segel richtig setzen. (Aristoteles)

Wenngleich die klassische Familienaufstellung, so wie ich sie vor 20 Jahren kennengelernt habe, das Anliegen des Aufstellenden in der Gruppe kurz bespricht, gibt es auch die Möglichkeit, das Thema verdeckt aufstellen zu lassen. Hier wissen die Stellvertreter dann nicht, für wen oder was sie die Rolle einnehmen. Allein durch den Abstand oder die Nähe zueinander, wie sie sich im Raum aufstellen und bewegen, können auch in der

versteckten Form Aussagen getroffen werden, die beschreiben, wie es sich im Moment in ihnen anfühlt, z.B. heiße Füße, schwitzige Hände, trockener Hals, Herzrasen, warmer Kopf, Unruhe, Druck im Bauch etc.

Es gibt die unterschiedlichsten Herangehensweisen. Mir gefällt die hypothetische Fragestellung des Aufstellungsleitenden am besten, da es hier Raum für Individualität und eigene Wahl- Möglichkeiten erlaubt. Das empfinde ich als sehr wertschätzend und die Haltung dahinter bewirkt, dass sich jede Person selbstwirksam erfährt. Gefühle dürfen gefühlt werden und die Hypothesen des Aufstellungsleitenden für sich überprüft werden. 

6 Beispiele hypothetischer Fragen:

  1. „Wenn ich deinem Blick so folge, sieht das für mich so aus, als würdest du ganz konsequent auf diesen einen Punkt schauen. Ist das so?“
  2. „Wie wäre es, nur mal so als Überlegung, wenn wir hier deine Mutter mit hereinholen würden? Könntest du dir vorstellen, dass sie hier in deiner Aufstellung einen Platz einnehmen könnte?“
  3. „Wenn du dich einmal umguckst, gibt es noch etwas, was du brauchst?“
  4. „Was wäre anders, wenn du dein Ziel bereits erreicht hättest? Bräuchtest du diese Position des Stellvertreters noch?“
  5. „Wie wäre die Idee, deine Herkunftsfamilie aufzustellen, auch wenn du mit einer anderen Fragestellung gekommen bist, ist es möglich, dass deine Beziehung zur Mutter/ Vater Aufschluss geben könnte?“
  6. „Wenn ich das so richtig sehe, können wir ganz langsam an ein Ende denken?“

Sehr wichtig ist es, alle Stellvertreter, sowie die im äußeren Kreis sitzende aufstellende Person, im Blick zu behalten und Rückfragen zu stellen, damit sich jede*r gesehen und verstanden fühlt.

„Gibt es noch etwas, das wichtig ist? Möchte noch jemand etwas Wichtiges mitteilen?“

Ich denke es wird deutlich, dass durch die Art der Fragestellung der Aufstellende keine Meinung oder Handlung vordiktiert oder gar übergestülpt wird. Es geht eindeutig um die körperlichen Empfindungen, die jede Stellvertreterrolle beobachtet und kommuniziert. Dadurch werden die Denkmuster unterbrochen und die Gedanken und Bewertungen des Vorgesprächs werden nahezu unwichtig. 

Faszinierend ist, dass der Raum, der für die Aufstellungen genutzt wird, wie ein Kraftfeld erscheint und die Energie des morphischen Feldes es ermöglicht, dass Emotionen zu spüren sind, die nicht zu einem selbst, sondern zu der Person gehören, dessen Rolle der Stellvertreter einnimmt. Es hört sich tatsächlich sehr spooky an, daher kann ich dich nur ermuntern, eine Familienaufstellung machen zu lassen, wenn du in deinen Beziehungen Störfaktoren wahrnehmen solltest, die du gerne zum Höchsten Wohle aller klären möchtest. Selbst wenn Themen der Ahnen auftauchen, die nicht mehr unter uns sind, es ist nicht selten, dass Gedankenmuster wie z.B. „Ich bin nicht gut genug. Ich kann das nicht!“ zur Großmutter gehören. Ist das erst einmal aufgedeckt und du kannst ein klares JA aussprechen, dass du ihr die alte Last zurückgeben kannst, der Rucksack wird der stellvertretenden Großmutter zurückgegeben, fühlt es sich um einiges leichter an und die Energie für neue Vorstellungen, die hilfreich und zielführend sind, wie „Ich gebe mein Bestes, und das ist gut genug. Ich kann alles lernen!“ wird freigesetzt.

Gedanken und Überzeugungen

Auch Symptome oder krankhafte Phänomene können mit Gedanken und Überzeugungen zusammenhängen, die heute nicht mehr dienlich sind. Durch die energetische Ausrichtung auf ein neues Ziel, erhält die Vision eine kraftvolle Struktur. Energie folgt der Aufmerksamkeit, ich glaube, das dürfte sich allmählich herumgesprochen haben. Der US-amerikanische Entwicklungsbiologe und Stammzellenforscher Bruce Lipton erklärt in seinen interessanten Videokursen, wie Gene anhand unserer bewussten Gedanken ein- und ausgeschaltet werden. Der präfrontale Cortex unseres Gehirns ist der Bereich des bewussten Denkens und produziert eine andere Körperchemie, wenn ich mich auf ein freudiges Resultat einstimme. Dementsprechend werden andere Botenstoffe ausgeschüttet und der Körper wird der Energie, die zuvor im Gehirn ausgesendet wird, folgen. 

Sehr interessant zu beobachten, wenn z.B. ein Taubheitsgefühl eines Beines und die Person selbst aufgestellt werden und mit der Zeit deutlich wird, dass ein Konflikt zum männlichen Prinzip die Ursache zu sein scheint. Vertrauen und Stärke im Rücken, aufgestellt durch Stellvertreter, bewirken dann einen möglichen neuen Schritt in Richtung Veränderung und Selbstannahme.

Eine tolle Arbeit macht Kurt Reisner aus Münster, sowie Hia Jentsch- Mathiesen und ihr Mann Gerald Jentsch aus München, die mit ihrer individuellen Kausaltherapie stets das WARUM mit hinzustellen. 

Ein wichtiger Hinweis noch zuletzt,

es ist bei Energiearbeit sehr hilfreich, sich nach der Fokussierung auf das Ziel davon bewusst loszulassen und das Lösungsbild als neue Anbahnung im Gehirn in das Herz zu lassen. Weder das Berichten noch das Urteilen über die Aufstellungsarbeit sind in den ersten Tagen hilfreich und weniger empfehlenswert, daher spüre für dich in dein Herz, nimm das Lösungsbild als Geschenk auf und lasse es sich in deinem energetischen Feld ausbreiten. Der Körper folgt, du darfst ihm Vertrauen und eine wertschätzende Haltung leben.

Ich freue mich, wenn ich dir mit diesem Beitrag Hoffnung und Zuversicht für dein Familiensystem mit auf den Weg geben konnte. Alles hat seine Ursache und so kann Energie durch die Auflösung der unterdrückten Emotionen wieder in Fluss kommen. 

Volle Kraft voraus, trotz oder erst recht wegen des Windes!

Sandra


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